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Rückblick: Gemeindereise Oktober 2019

Für die Zeit vom 5. – 10. Oktober 2019 organisierte Pfr. Tobias Winkler die Gemeindereise nach Thüringen. Auf den Spuren der Elisabeth von Thüringen und Martin Luther war das Thema. Ein interessantes Reiseprogramm hat Tobias vorbereitet. So vergingen die 4 Tage in Thüringen wie im Flug. Logiert haben wir in einem Landhotel ausserhalb von Erfurt. Ruhig gelegen, schöne Zimmer und mit feiner Kost wurden wir verwöhnt.

Am ersten Tag besuchte die Reisegruppe das Herbstfest in der Predigerkirche in Erfurt. Sonja Betten und Werner Tiepner spielten nach dem Gottesdienst 4-händig auf der Orgel, die über 56 Register und 4‘302 Pfeifen verfügt. Ihre Klänge waren ein Ohrenschmaus. Am Nachmittag fuhren wir noch in den Christuspavillon in Volkenroda und nach Mühlhausen. Der Christuspavillon wurde für die Weltausstellung in Hannover gebaut und anschliessend in Volkenroda wieder aufgebaut. Ein sagenhaft schöner, moderner Bau empfing uns und wir staunten, wie die Fassade mit vielen Gegenständen aus Haushalt, Werkstatt und der Natur gestaltet wurde. Es folgte der Besuch der Marienkirche in Mühlhausen, die mit ihrem 86,50 m hohen Turm den höchsten Turm von Thüringen besitzt. In dieser Kirche spielte Johann Sebastian Bach und es war klar, dass wir von den beiden Mitreisenden Organisten wieder ein paar Lieder hören durften.

Am zweiten Reisetag ging es nach Saalfeld in die Feengrotten. Hier empfing uns eine faszinierende Unterwelt. Es folgten die Klosterruinen in Paulinzella.

Auf der Reise nach Eisenach schalteten wir einen Zwischenhalt in Waltershausen ein und durften dort die Kirche zur Gotteshilfe anschauen. Eine kurze Andacht, begleitet von Sonjas und Werners Orgelklängen gaben einen kleinen Einblick, wie wohl ein Gottesdienst in dieser 1‘200 Personen fassenden Kirche sein kann. Der ganze Innenausbau dieser Basilika ähnlichen runden Kirche ist aus Holz, unglaublich schön. Es folgte danach die Besichtigung vom Luther- und Johann Sebastian Bachhaus in Eisenach sowie eine Führung auf der Wartburg, auf der Elisabeth von Thüringen eine Zeitlang wohnte. Elisabeth von Thüringen, eine beachtenswerte Frau, die trotz oder gerade wegen der Einheirat in die adligen Kreise ein karges Leben führte, stets und gegen den Willen ihrer Familie den armen Leuten diente. Dies sorgte dafür, dass sie nach dem frühen Tod ihres Mannes die Wartburg verlassen musste.

Der letzte Tag führte uns wiederum nach Erfurt. Witzig und spannend erlebten wir die Stadtführung und genossen auch den Gang über die Krämerbrücke, das Wahrzeichen von Erfurt. Ja – und dann standen wir an der Pforte des Augustinerklosters, an der damals Martin Luther anklopfte und um Einlass bat. Ein ganz besonderer Moment. Nach der Führung durch das Kloster hörten wir dann in Weimar Erklärungen zum Leben von Franz Liszt. Diese Audio-Führung wurde klangvoll beendet mit verschiedensten Tönen aus seinem grossen Werk. Beeindruckend endete der Tag mit der Führung in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Über eine Million Bücher stehen hier zur Ausleihe zur Verfügung – man stelle sich diese Zahl vor (da braucht es eine gewaltige Grippe um sich durch zu lesen !!!) Herzogin Anna Amalia gründete 1691 diese Bibliothek. 1797 hatte Johann Wolfgang Goethe die Oberaufsicht der Bibliothek. 2004 fiel die Bibliothek einem Brand zum Opfer. Glücklicherweise konnten aber der grösste Teil der Bücher und Bilder gerettet, resp. restauriert werden. Heute erstrahlt die Bibliothek mit ihrem fantastischen Rokokosaal wieder in schönstem Glanz.

Gemütlich, gesellig und einfach wunderbar wie wir uns schon gewohnt waren, ging auch dieser letzte Reisetag zu Ende. Wir durften vier ereignisreiche, spannende und eindrückliche Tage in Thüringen geniessen. Dafür bedanken wir uns bei Pfr. Tobias Winkler herzlich. Thüringen, ein Land, das über enorm viele Kunstschätze verfügt, von denen wir dank seiner Organisation einen klitzekleinen Einblick erhielten. Auch ein herzliches Dankeschön richten wir an Sonja Betten und Werner Tiepner, die uns mit ihren Orgelklängen musikalisch richtig verwöhnten.

Wie üblich wurden wir am letzten Morgen von Werner Tiepners Flötentönen geweckt – so einen Wecker sollte man auch zu Hause haben, dann wär‘ das stets ein schönes Aufstehen! Vor der grossen Heimreise durften wir noch den Schlosspark von Molsdorf, unserem Logiedorf, besichtigen. Auch wieder ein Kleinod. Abgeschlossen wurde diese Kulturreise mit der Besichtigung vom Theatermuseum in Meiningen, das in Theaterkreisen sehr bekannt ist.

Luzia Bernhard